Heimvorteil im Business - Heimat als Marketing Tipp für Selbstständige


Bei meinem aktuellen Monatsthema "Heimat" habe ich herausgefunden, dass viele Menschen ihr Zuhause nicht nur als Ort, sondern vor allem auch als Gefühl verstehen. Damit eignet sich diese emotionale Komponente, die es schafft, fremde Menschen miteinander zu vereinen, perfekt für dein persönliches Marketing. Das sogenannte regionale Marketing oder lokale Marketing hilft dir, bei deiner Zielgruppe präsent zu sein und dabei deine Wurzeln und deine Basis im Auge zu behalten. Du kannst also einfach du selbst sein. In diesem Blogpost erfährst du, wie du als Selbstständige*r deine Heimat optimal in die Bereiche Akquise, Social Media, SEO und Storytelling einfließen lässt. Los gehts!


Akquise - Von Kund*innen und Kooperationspartner*innen gefunden werden


Marketing ist für Selbstständige eine unverzichtbare Existenzgrundlage, denn nur wer Kundinnen und Kunden von sich überzeugt, wird als Geschäftsführer*in oder Freiberufler*in auf Dauer bestehen können. Wenn es dir schwerfällt, dich selbst immer wieder anzupreisen, du die klassischen Verkaufsgespräche lieber vermeidest und dir der Begriff "Kaltakquise" einen Schauer über den Rücken jagt, bist du nicht alleine: Viele Selbstständige sind zwar von ihrer Idee, den Produkten oder dem eigenen Können überzeugt, scheuen aber vor direktem Marketing zurück. In diesem Fall solltest du dich darauf konzentrieren, von möglichen Kund*innen oder auch Kooperationspartner*innen gefunden zu werden.


Was schwierig klingt, funktioniert am besten, wenn du dich auf Menschen in deiner Nähe konzentrierst. Falls du auf die sogenannte Laufkundschaft oder Kund*innen aus deiner Umgebung angewiesen bist - zum Beispiel mit einem festen Laden, einem Schaufenster-Büro oder sogar einem Restaurant - bist du dir dessen sicher schon bewusst. Doch der Hinweis gilt auch für all diejenigen, deren Arbeit eigentlich ortsunabhängig stattfinden kann. Grafiker*innen, Texter*innen, virtuelle Assistent*innen und viele weitere Berufstätige kommen ohne direkten Kontakt aus und können ihre Dienste daher deutschlandweit, wenn nicht sogar weltweit anbieten. Diese Tatsache ist eine echte Herausforderung für das Marketing, weshalb es sich für dich lohnt (zumindest zu Beginn) den Fokus auf deine Heimat zu legen.


Informiere dich also am besten über berufliche Netzwerke an deinem Wohnort: Gibt es einen Coworking-Space, in dem du Kooperationspartner*innen findest, mit denen du Projekte verwirklichst, die dich weiterempfehlen oder sogar selbst deine Dienste in Anspruch nehmen wollen? Könntest du dich als Profi in deinem Fachgebiet als Speaker*in für eine Tagung, einen Workshop oder Vortragsabend anbieten, um dich in einem nicht werbenden, sondern informativen Rahmen vorzustellen? Werden Messen organisiert oder kennst du verschiedene Locations und Netzwerktreffen, wo sich deine Zielgruppe gerne aufhält? Dort solltest du mit Visitenkarten, Flyern, Plakaten, Stickern, Postkarten, ... ins Auge stechen. Präsenz ist wichtig, denn der Trend bewegt sich dahin, Menschen aus der eigenen Umgebung zu unterstützen. Das gilt für regional angebaute Lebensmittel auf dem Markt genauso wie für Freelancer in deiner Nachbarschaft: Wir mögen es, wenn wir mit unseren Käufen oder Aufträgen die Heimat unterstützen können. Wenn dein Angebot also zur Zielgruppe passt und du als Person überzeugen kannst, werden die Menschen aus deiner Heimat lieber auf deine Dienste zurückgreifen als auf die einer fremden Person von einem weit entfernten Fleckchen Erde. #supportyourlocals


Social Media - Mit Geo Tags & Co die Community in deiner Nähe erreichen



Vom lokalen Marketing vor Ort machen wir nun einen Sprung ins Internet, der Werbeplattform ohne Grenzen. Online gefunden zu werden ist in der heutigen Zeit unheimlich wichtig, denn wir verbringen immer mehr Zeit vor unseren Laptops und am Smartphone. In welchem Restaurant wir am Abend essen wollen entscheiden wir genauso online wie die Frage nach einer*einem passenden Dienstleister*in. Soziale Medien bieten dabei den Vorteil, dass deine Besucher*innen und Kund*innen automatisch Teil deines Marketings werden, wenn sie bspw. Bilder teilen, Bewertungen vergeben oder auf ihren eigenen Profilen Empfehlungen aussprechen. Doch die enorme Reichweite, über alle Städte- und Ländergrenzen hinweg, erhöht auch die Konkurrenz. Ein von dir gewähltes Hashtag kann noch so perfekt zu deinem Angebot passen, aber trotzdem in der Menge untergehen. Um dennoch gefunden zu werden, solltest du zwei Funktionen der gängigsten Social Media Netzwerke berücksichtigen:


1. Nutze Geo Tags! Gib bei Facebook und Instagram zu jedem Post den Ort an, an dem du dich befindest bzw. an dem du den Hauptsitz deiner Tätigkeit verortest. Auch wenn du auf dem Bild oder in dem Text, den du veröffentlichst, etwas Unabhängiges zeigst (deinen Schreibtisch, dein Produkt oder ein Gruß fürs Wochenende), verlinke deine Stadt. Denn sowohl Einheimische als auch Besucher schauen sich die Postings aus ihrer Umgebung an und bekommen diese - wenn damit interagiert wird - auch durch den Algorithmus bevorzugt angezeigt.


2. Bedenke deinen Standort in den Hashtags! Dies bringt dir den gleichen Vorteil wie soeben erwähnt: Sicher hast du selbst schon mal geschaut, welche Bilder unter dem Hashtag deiner Stadt auftauchen. In Kleinstädten ist die Möglichkeit, dadurch entdeckt zu werden, recht groß. An Orten wie Berlin, Hamburg, München oder Köln musst du dich stattdessen etwas mehr ins Zeug legen: Kombiniere deine Tätigkeit mit deinem Stadtort um spezifischere Hashtags zu kreieren. Damit schließt du Suchende von anderen Orten nicht aus, sie werden dich über andere Wege oder Hashtags finden. Aber du sprichst zusätzlich diejenigen, die nach lokalen Angeboten suchen, gezielt an.


An dieser Stelle sei noch ein kleiner Hinweis erlaubt, der lokales Marketing mit Social Media Marketing verknüpft: Folge, abonniere, like und kommentiere bei Personen aus deinem Umfeld - sowohl geographisch als auch inhaltlich. Vielleicht sucht das Restaurant aus deinem Viertel ja nach einer*einem Grafiker*in oder das regionale Gemüselädchen braucht Hilfe von einer*einem Social Media Profi. Oft enstehen neue Aufträge auch über einen Zwischenschritt: Es gibt ein*e Kund*in dieser besagten Einrichtungen in deiner Nähe, der*die durch deinen Kommentar unter einem Beitrag auf dein Profil stößt und so auch zu deiner*deinem Kund*in wird. Die Wege der zufälligen Zusammenarbeiten sind manchmal unergründlich und nahezu unerschöpflich.


Suchmaschinenoptimierung - Local SEO für Einsteiger*innen



Wenn wir uns thematisch schon im Internet befinden, dann ist die Suchmaschinenoptimierung nicht weit. Auch hier spielt der Ort eine wichtige Rolle, denn selbst wenn nicht explizit danach gesucht wird, sortieren Suchmaschinen die ausgespuckten Ergebnisse unter anderem nach dem Ort, an dem sich die suchende Person befindet. Dabei musst du nicht viel mehr bedenken als bei Social Media: Was sind die Suchbegriffe, für die du gefunden werden willst? Kombiniere sie mit deinem Wohn- bzw. Arbeitsort, der Region, dem Bundesland oder deinem Viertel. Nun musst du sie nur noch an den passenden Stellen in deine Webtexte einfließen lassen und schon steigt die Wahrscheinlichkeit, dass deine Website in den Ergebnissen der Suchmaschine weiter vorne angezeigt wird.


Darüber hinaus solltest du ein Google My Business Profil anlegen und eine Adresse angeben, damit du als lokale*r Anbieter*in auch dort gefunden wirst. Dabei handelt es sich um die Empfehlungen, die dir bei der Google Suche gemeinsam mit dem kleinen Kartenausschnitt auf der ersten Seite gleich nach den bezahlten Ergebnissen angezeigt werden, wenn du zum Beispiel nach "Restaurant Saarbrücken" suchst. Hier erscheinen auch gleich deine Kontaktdaten und im Idealfall die Öffnungszeiten, sowie der Link zu deiner Homepage.



Storytelling - Zeige deiner Zielgruppe wo dein Herz schlägt



Nun haben wir schon einige Punkte abgehandelt, die dir dabei helfen, gefunden zu werden. Doch um die Besucher*innen deines Social Media Kanals, deiner Website oder die Leser*innen deiner Print Werbemittel auch zu begeistern, braucht es schon etwas mehr als nur eine nahegelegene Adresse.


Deine Heimat ist ein Teil von dir - ganz egal wie. Vielleicht schlägt dein Herz noch immer für die Region, in der du geboren wurdest. Möglicherweise hast du aber auch lange gesucht, bis du einen Ort gefunden hast, an dem du dich Zuhause fühlst. Oder du kannst deine Tätigkeit nirgendwo sonst so gut ausführen wie in deiner Heimat. Nutze diese Geschichte, um dich deinen potentiellen Kund*innen vorzustellen. Für uns alle gibt es überzeugende Argumente, warum wir in unserer (Wahl-)Heimat leben. Möglicherweise haben die Menschen in deiner Umgebung genau die gleichen Gründe. Also sprich sie an und schaffe eine Gemeinsamkeit, eine Möglichkeit der Identifikation.


Wie wäre es zum Beispiel, wenn du auf deiner Website statt der üblichen Floskel "Herzlich Willkommen" ein nordisches "Moin Moin" nutzt oder an verschiedenen Stellen eine kleine Prise Dialekt einfließen lässt? Bitte achte hierbei aber darauf, dass alle Leser*innen verstehen, wovon du sprichst und dass solche Ankerpunkte nur gelegentlich eingestreut werden - nicht in jedem Satz. Wenn es zu dir und deinem Angebot passt, kannst du auch Charakteristika deiner Heimat einfließen lassen: Du lebst an der Nord- oder Ostsee? Ein Anker oder ein Tau im Logo zeigen deine emotionale Nähe zum Meer. Gleiches kann für die Berge gelten. Schwaben und Schwäbinnen, die sich selbst nicht so ernst nehmen, können auf ihrer Angebots- oder Preisseite einen kleinen Hinweis auf das Klischee der sparsamen Landsmänner und -frauen einbauen. Berliner*innen können mit Hipster-Anspielungen die Vorstellung von Besucher*innen der Stadt aufs Korn nehmen und mit dem Wissen der Ortsansässigen abgleichen.


Auch Anlehnungen an das Stadtmarketing sind erlaubt. Hier im Saarland gibt es beispielsweise den offiziellen Slogan "Großes entsteht immer im Kleinen", auch wenn das eigentliche Motte eher "Hauptsach gudd gess!" lautet. Damit kannst du eine erzählerische Brücke zu deiner eigenen Unternehmensgeschichte schlagen oder deine Tätigkeit in einen größeren Kontext einordnen.


Bring das Gefühl von "Zuhause" in dein Marketing ein


Jetzt bist du an der Reihe. Wenn du deinen Heimvorteil im Business umsetzen willst, hast du in meinem Blogpost sicher einige Anhaltspunkte gefunden, wie du dabei vorgehen könntest. Recherchiere einfach ein bisschen über deine Region, deine Stadt oder dein Viertel. Frage dich, wofür diese Orte stehen und was sie dir bedeuten. Und schon kannst du dich auf die Suche nach Gleichgesinnten begeben. Ich wünsche dir viel Spaß beim Kennenlernen deiner Heimat und ihrem Marketingpotenzial!


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